Vorgeschichte
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Wir schreiben den 14. April des Jahres 1912, einen freundlichen Sonntagmorgen, und befinden uns im Inter-Hotel in Hamburg, der bedeutensten Hafenstadt des deutschen Kaiserreiches...
Schnes Wetter, wir haben Glck mit dem Urlaub!' sagt Wilhelm, der getreue Chauffeur und Gefahrte mit dem runden Mondgesicht und den listig blinkenden Rinderaugen.
'Das ist gut...Zuerst werde ich ein Bad nehmen, dann etwas ruhen und nachdem Mittagessen eine Ausstellung besuchen. Heute abend gehe ich dann ins Konzert...'
Das schrille Klingeln des Telefons reit Wilhelm aus seinen Traumen. Der Portier ist am Apparat und teilt uns mit, da ein gewisser Herr Rabensberg uns dringend sprechen mchte.
'Naja, wenn es nicht zu lange dauert...Er kann hochkommen.'
Mrrisch knallt Wilhelm den Hrer auf die Gabel. Wenige Augenblicke danach tritt ein beleibter Mann in das Zimmer ein, um die fnfzig und mit einem aufgequollenen Gesicht, aus dem zwei seltsam glnzende Augen uns neugierig ansehen. Nachdem der Fremde platzgenommen hat und vergeblich wartet, da wir ihm einen Drink anbieten, beginnt er etwas schleppend zu erzahlen:
'Meine Herren, bitte nehmen ie es mir nicht bel, da ich Sie stren mu ,aber es ist uerst wichtig fr mich! Angefangen hat alles am 12. Juni 1884, als eine Expedition nach Kamerun aufbrach, um das Landesinnere der neuerworbenen Kolonie zu erforschen und nach Schtzen alter afrikanischer Kulturen zu suchen. Diese Expedition, der mein Vater als wissenschaftlicher Mitarbeiter angehrte, wurde von dem zu weltweitem Ruhm gelangten Professor Gravelius gefhrt. Am 17. August lief der Zweimaster 'Prinz Albert' in der Hafenstadt Duala ein.
Wenige Tage spter machte sich die aus 20 deutschen Teilnehmern und 50 einheimischen Trgern bestehende Gruppe auf den Weg zum 400 km stlich gelegenen Dieremsee. Dieses Gebiet war bis dahin nur aus den Erzhlungen der Eingeborenen bekannt, so da die Reichsregierung den Auftrag zur genauen kartographischen Erfassung und Erforschung gab. Whrend der Reise stie 
Professor Gravelius bei einem Erkundungsgang auf ein Hhlengrab, das eine Mumie enthielt. Der Professor nahm die Mumie an sich, um sie spter im Hamburger Institut fr Vlkerkunde der ffentlichkeit zugnglich zu machen. 
Es handelte sich nach Aussagen der Trger um eine Mumie der Bozumas. Die Eingeborenen weigerten sich, die Mumie zu transportieren, da sie frchteten, den Zorn der Gtter zu erregen. Sie konnten erst nach lngerem Zureden bewegt werden, die Mumie zum Hafen zu bringen. Die Warnungen der Trger schienen sich jedoch zu besttigen, denn kurze Zeit spter erkrankten mehrere Teilnehmer Manalaria und muten vorzeitig die Heimreise antreten. Unter ihnen befand sich auch Professor Gravelius.
Dieser bertrug meinem Vater die Leitung der Expedition und bat ihn, die Mumie zu verwahren und mit nach Hamburg zu bringen. Kurz nach seiner Rckkehr nach Hamburg traf mein Vater mit dem Direktor des gyptologischen Museums Berlin zusammen, der eine Sonderausstellung 'Afrikanische Kolonien' plante und meinen Vater bat, ihm die Mumie leihweise zur Verfgung zu stellen. Mein Vater erfllte den Wunsch seines Kollegen, da die Ausstellung lediglich zwei Monate dauern sollte.
Leider wurde die Mumie kurz vor Ende der Ausstellung zusammen mit anderen Kunstgegenstnden entwendet. Mein Vater hat diesen Verlust nie verwunden, obgleich die Mumie nur einen geringen Materialwert besitzt. Nur ein Liebhaber knnte bereit 
sein, eine hhere Summe zu investieren.
Seit nunmehr fast 30 Jahren gilt die Mumie als verschollen. Gestern jedoch las ich im 'Hamburger Morgenboten' die Ankndigung des Auktionshauses Ammermann & Co, da eine aus den USA importierte Mumie afrikanischen Ursprungs zur Versteigerung stehen soll. Deshalb mchte ich Sie bitten, herauszufinden, ob dies die Mumie meines Vaters ist.
Ich zahle Ihnen die Summe von 100 DM im voraus.'
'Wir htten noch einige Fragen an ie, Herr Rabensberg. Warum sind sie eigentlich zu uns, zu einem Anwaltsbro gekommen, wir sind schlielich keine Privatdetektei!'
'Ich wei, aber ich glaube, diese Aufgabe ist in Ihren Handen besser aufgehoben, denn ich habe von Ihrem groartigen Erfolg im Meigerber-Fall gehrt.'
Langsam platzt Wilhelm der Kragen wegen dieses aufdringlichen Herrn und dem Gedanken an die kaltwerdende Badewanne.
'Warum nehmen ie den 'Fall' nicht selbst in die Hand, es handelt sich doch mehr oder weniger um eine Banalitt!'
'Nun, Sie wissen, da mir sehr viel an der Mumie liegt, wenngleich ihr Wert, wie schon erwahnt, nicht sehr hoch ist, aber sie ist ein Erinnerungsstck an meinen Vater. Deshalb mchte ich Sie als meinen Unterhndler bei der Auktion einsetzen, und Sie zuerst feststellen zu lassen, ob die Mumie die von mir gesuchte ist. Bitte lassen Sie mich Ihre Untersuchungsergebnisse wissen.'
'Gut' antworten wir resigniert, 'wir mssen allerdings am Donnerstagabend nach Mnchen abreisen. Die Auktion findet ja frher statt. Damit wre alles erledigt. Wir lassen von uns hren.'
